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Schweden Drohne See Himmel
  • AutorenbildDora & Pascal

#10 Ein gemütlicher Samstag auf den Lofoten

Moin,


gegen 9 Uhr werde ich wach, während Dora noch tief und fest schläft. Ich stehe auf, lüfte als Erstes den Kasten durch, räume den Van ein bisschen auf, schalte die Heizung auf gemütliche 22 Grad und bereite uns einen frischen Kaffee zu. Dora schläft wie ein Stein und bekommt von allem nichts mit, so ein tiefer Schlaf ist praktisch.

Ich setze mich an den Rechner und plane unseren Samstag, draußen hat es ungefähr 13 Grad. Die Nacht verlief sehr ruhig, obwohl wir dicht an einer Zufahrtsstraße stehen, die in das Fischerdorf Sund führt. In Norwegen sind die Stellplätze unserer Erfahrung nach öfters in der Nähe einer Straße. Wir versuchen so gut es geht abseits der Hauptverkehrsstraßen zu stehen, denn hier ist es deutlich entspannter. Zwischendurch laufen Einheimische am Van vorbei und wir werden freundlich begrüßt. Wir haben bisher nur gute Erfahrungen mit Einheimischen gemacht.

Wohnmobil, das am Straßenrand parkt

Der Himmel ist wolkenverhangen und immer wieder ziehen leichte Nebelschwaden zwischen den Bergen hindurch -ein wirklich toller Anblick, den wir schon öfters in Norwegen bestaunt haben.

Gegen 11 Uhr grummelt es im Heck und ein "Guten Morgen" ist zu hören. Ich gehe nach hinten und hole mir einen Guten-Morgen-Kuss ab, anschließend gibt es einen Kaffee ans Bett während ich das Frühstück für uns vorbereite. Getreu dem Motto: Happy wife, happy life.

Es gibt beaked beans mit Brötchen aus dem Omnia und Spiegelei dazu.

Wir stehen an einer wenig befahrenen Straße, der Verkehr nimmt gegen 11.30 Uhr zu und jedes Auto hinterlässt am Van ein Windstoß, der sich mit einem kurzen Wackeln äußert, das ist ungemütlich aber gehört manchmal dazu. Am Abend hatte sich noch ein Pärchen aus der Schweiz mit ihrem PKW zu uns gesellt, sie haben die Nacht im PKW verbracht und sind heute in der Früh bereits losgezogen.

Nun aber los! Motiviert hüpfe ich wie ein junger Spund aus dem Van und sammle die Auffahrkeile auf. Während ich mich nach unten bücke, passiert es. Genau in diesem Moment fährt es mir unten links in den Rücken rein.. Auuutschhh! Supi, das kommt natürlich wieder zum besten Zeitpunkt, morgen an unserem Geburtstag steht ein Surfkurs an - arrggg.. Man kann es nicht ändern. Bewegung soll helfen, also reicht mir Dora meine Jacke aus dem Van, und wir versuchen einige Meter im Ententempo zu laufen. Zum Glück habe ich keine Schmerzen, nur beim Vorbeugen zieht es links im Rücken, also unterlasse ich die Bewegung nach vorne so gut es geht und so spazieren wir in in Richtung Sund, ein kleines Fischerdorf. Weit komme ich nicht und ich erwische mich dabei, wie ich eine Schonhaltung einnehme. Wir laufen einige 100 Meter, dann geht es zurück zum Van und wir fahren die knappen 2 Kilometer mit dem Wohnmobil nach Sund. Mein Rücken ist bisher OK, Einsteigen schaut zwar etwas komisch aus, aber das liegt mehr an mir als an dem Rücken.

Ein Fischerdorf auf den Lofoten

Wir waren hier letztes Jahr schon und konnten in dem Ort kostenlos übernachten. Mittlerweile kostet die Übernachtung 350 NOK (ca. 30€) ohne Service - schade!EASY-PARK macht es möglich, denn seit diesem Sommer weist ein plumpes Schild darauf hin, dass das Parken kostenpflichtig geworden ist. Wir haben Glück und können an diesem Samstag 60 Minuten kostenfrei parken. Ob das auch an den übrigen Tagen so ist, bringen wir leider nicht in Erfahrung. Wir freuen uns darüber und machen uns nochmals auf, um einen kleinen Spaziergang durch das Fischerdorf zu unternehmen.

Boote, die im Wasser sind
Das ist der Platz, an welchem die Übernachtung mittlerweile etwas kostet.
Schiffe, die an Land stehen.
Neben dem Stellplatz gibt es auch ein kostenpflichtiges Museum.

Zurück am Van geht es für uns weiter auf den Weg nach Å, die Stadt mit dem kürzesten Ortsnamen. Wir fahren los zum ca. 18 km entfernten Coop Prix in Reine.

Die Fahrt Richtung Reine ist trotz miesem Wetter ein Genuss: die Wolken zwischen den Bergen und der tiefsitzende Nebel macht es zum Spektakel. Wir genießen die Fahrt und hören dabei Musik.

Der Parkplatz am Coop ist klein, voll und es hat wenig Platz zum Rangieren. Google sagte vor unserer Ankunft "Weniger Besucher als gewöhnlich". :D Also rein ins Getümmel. Mit 50€ weniger in den Taschen und einem halbwegs gefüllten Kühlschrank geht es weiter für uns. Mein Rücken meldete sich beim Einkaufen nicht, seltsam, das kenne ich so nicht... Ein Hexenschuss, der mich hin und wieder plagt, fühlt sich anders an, ich beobachte es mal weiter und versuche mir keinen allzu großen Kopf zu machen. Wir düsen weiter in den hübschen Ort Reine.




Ein Fjord, von Bergen und roten Häusern umhüllt.

Wir entdecken ein Kreuzfahrtschiff der etwas anderen Art und überlegen kurz, ob wohl ein Passagier Lust hätte für ein paar Tage seine Kabine mit unserem Van zu tauschen :D Wir beginnen das Träumen... Dora googelt den Namen und findet raus, dass es schlappe 28.000€ für 10 Tage p.P. kostet.. Das ist doch ein Schnapper! :D Mit dieser Information beenden wir unseren Traum.

Eine luxuriöse Fähre, die Expeditionen anbietet.
Scenic Eclipse in Norwegen

Beim Wasser füllen in Reine an einer kostenfreien V/E Station für Camper, meldet sich mein Rücken wieder, es zieht unangenehm, na toll.. also doch keine Wunderheilung. :/ Ich klettere wieder in den Van und fahre in Schonhaltung weiter Richtung Å, der Stadt am "Ende" der Lofoten.

Wir haben den Ort letztes Jahr bereits ausgiebig erkundet, so genießen wir den kurzen Roadtrip durch die kleine Stadt.


Dora schaut immer wieder in die Wetter- und Polarlichtapp und wirft in den Raum "Schatz, heute soll der Himmel noch klar werden und der KP-Index steigt auf 3." Da wir in den letzten zwei Jahren in Skandinavien schon einige Male Polarlichter gesehen haben, weiß ich gleich, was das für mich bedeutet. :D Es könnte Polarlichter geben! Dora liebt das Naturwunder, wenn es welche gibt, dann hüpft sie immer fasziniert mit ihrer Kamera draußen rum. Ich überlege...Wir brauchen einen guten Schlafplatz mit guter Aussicht und möglichst wenig Lichtverschmutzung. Ich beginne während der Fahrt gedanklich die letzten Plätze der Nacht durchzugehen und mir fiel ein: Am besten zurück auf den Platz von letzter Nacht, da haben wir freie Sicht und wenig Licht. Der Plan steht. Wir sind happy. Es ist bereits gegen 17 Uhr, wir sind spät dran und die guten Plätze sind auf den Lofoten schnell belegt.


Wir möchten in der Nähe von Sund bleiben, da wir uns zu einem Surfkurs für den morgigen Tag angemeldet haben. Von 11-13 Uhr soll es für uns zum Lofoten Beach Camp inkl. Surfschule gehen. Wir haben uns zuvor erkundigt, ob eine kostenlose Stornierung möglich wäre, da ich abwarten wollte wie sich mein Rücken in den nächsten Stunden verhält. Am Ende kam alles anders als wir gedacht hatten..


15 Minuten später... ein PKW steht bereits auf unserem Platz von letzter Nacht und baut wenige Meter entfernt sein Zelt auf, also Pech für uns. Wir fahren ca. einen Kilometer weiter und entdecken an der Straße eine Einbuchtung mit Feuerstelle, mit Aussicht auf einen riesigen Berg, direkt vor der Nase. Dora geht raus und checkt kurz die Himmelsrichtungen mit ihrem Kompass, da Polarlichter meistens in Richtung Norden zu erblicken sind.

Geht gerade so, sagt sie, nicht perfekt aber machbar.. Also gut, wir bleiben und beginnen mit unserem Abendprogramm.

Gegen 18.30 Uhr bereite ich den Omnia und die Kartoffeln vor, es gibt Backofenkartoffeln mit Gemüse und einen kleinen Salat dazu.


Das Abendprogramm, also Abendessen inkl. kochen, essen, abwaschen nimmt gerne 1 1/2 bis 2 Stunden in Anspruch. Man muss sich doch ständig hin und her beugen und zwischendurch die Spüle als Arbeitsplatte umfunktionieren.




Nach dem Abwasch gehen wir noch eine Runde spazieren.

Wir genießen unseren gemeinsamen Abend und stoßen um 0 Uhr auf unseren Geburtstag an, denn wir haben beide am selben Tag. Wir haben nochmals einen kurzen Blick aus dem Fenster geworfen. Leider sind keine grünen Lichter am Himmel zu erkennen.. Schaadeee.


Bis bald und liebe Grüße,

Dora und Pascal









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